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Prompting-Grundlagen

Wie du Fragen stellst, die die KI wirklich versteht – mit einfachen Beispielen.

1. Was ist ein Prompt?

Ein Prompt (englisch für „Aufforderung“ oder „Anstoß“) ist der Text oder die Anweisung, die du einer künstlichen Intelligenz (wie ChatGPT, Claude oder Gemini) eingibst. Es ist quasi deine Spracheingabe, mit der du der KI sagst, was sie für dich tun soll.

Warum die Formulierung den entscheidenden Unterschied macht:

Künstliche Intelligenz kann keine Gedanken lesen. Wenn du der KI eine sehr allgemeine Frage stellst wie „Schreib mir einen Text über Sport“, muss sie raten: Welcher Sport? Für wen? In welchem Tonfall? Wie lang? Das Ergebnis ist dann meist oberflächlich und austauschbar („Garbage in, Garbage out“).

Je präziser, strukturierter und kontextreicher du deinen Prompt formulierst, desto zielgerichteter und hochwertiger ist die Antwort der KI. Mit der richtigen Prompting-Technik verwandelst du ein generisches Werkzeug in einen maßgeschneiderten Assistenten für deine spezifischen Aufgaben.

2. Welche Grundregeln solltest du beim Prompting beachten?

Damit dir die KI auf Anhieb brauchbare Ergebnisse liefert, solltest du beim Formulieren deiner Prompts diese vier Grundpfeiler beachten:

  1. Sei konkret und eindeutig: Vermeide schwammige Formulierungen. Sag der KI exakt, welches Ergebnis du erwartest (z. B.„Erstelle eine Checkliste mit 5 Punkten“ statt „Gib mir ein paar Tipps“).
  2. Liefere ausreichend Kontext: Erkläre den Hintergrund deines Anliegens. Wer ist die Zielgruppe? Was ist der Zweck des Textes? Welches Vorwissen setzt du voraus? Je mehr Relevanz du mitgibst, desto treffender fällt die Antwort aus.
  3. Gib der KI eine Rolle (Persona): Versetze die KI in eine bestimmte Perspektive. Sätze wie „Agiere als erfahrener Marketing-Spezialist…“ oder „Antworte wie ein verständnisvoller Lehrer für Grundschüler…“ verändern die Wortwahl, Tiefe und Tonalität der Ausgabe maßgeblich.
  4. Lege das Format und die Struktur fest: Bestimme im Voraus, wie das Ergebnis aussehen soll: Möchtest du Stichpunkte, eine Tabelle, einen ausformulierten Fließtext, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung oder einen Code-Block? Gib auch Sprachstil (z. B. formell, locker,überzeugend) und Länge (z. B. maximal 200 Wörter) vor.

3. Wie unterscheiden sich ein schlechter und ein guter Prompt?

Hier siehst du an zwei einfachen Alltagsbeispielen, wie ein schlechter Prompt im Vergleich zu einem optimierten Prompt wirkt:

Beispiel 1: E-Mail an einen Kunden

Vorher (schlecht):„Schreib mir eine Bestätigungs-Mail an einen Kunden.“

Das Problem: Die KI weiß weder, worum es geht, noch welcher Tonfall angemessen ist.

Nachher (gut):„Schreibe eine freundliche, professionelle E-Mail an einen Bestandskunden. Bedanke dich für das Erstgespräch von gestern und fasse zusammen, dass das Angebot bis Freitag vorliegt und wir uns nächste Woche zur Abstimmung melden. Nutze die Sie-Anrede, halte dich kurz (max. 4 Sätze) und füge eine klare Grußformel ein.“

Beispiel 2: Ein komplexes Thema erklären

Vorher (schlecht):„Erkläre mir Suchmaschinenoptimierung (SEO).“

Das Problem: Das Ergebnis wird riesig, voll von Fachbegriffen und erschlägt den Leser.

Nachher (gut):„Nimm die Rolle eines geduldigen Tech-Mentors ein. Erkläre das Konzept von SEO für einen absoluten Anfänger, der eine kleine Handwerker-Website betreibt. Verwende eine einfache Metapher aus dem Alltag, vermeide Fachjargon und gliedere die Antwort in 3 prägnante Kernpunkte.“

4. Welche Fehler passieren beim Prompting am häufigsten?

Beim Prompting treten oft dieselben Stolperfallen auf. Wenn du diese vermeidest, sparst du Zeit und Korrekturdurchgänge:

  • Zu viel auf einmal wollen: Ein riesiger Prompt mit zehn verschiedenen Aufgaben verwirrt die KI oft.

    Lösung: Zerlege komplexe Aufgaben in mehrere Teilschritte (sogenanntes Prompt Chaining) und erarbeite das Ergebnis Schritt für Schritt im Dialog.

  • Fehlendes Feedback (kein Nachfass-Prompting):Viele geben auf, wenn die erste Antwort nicht perfekt ist.

    Lösung: Nutze die KI wie einen Sparringspartner. Bitte um Überarbeitung: „Der Ton ist mir noch zu förmlich, bitte formuliere es lockerer“ oder „Kürze den zweiten Absatz um die Hälfte.“

  • Keine Beispieldaten liefern (Few-Shot Prompting vergessen): Wenn du ein bestimmtes Format oder einen eigenen Schreibstil wünschst, ist reine Beschreibung oft schwer verständlich.

    Lösung: Gib der KI ein kurzes Beispiel mit (z. B. „Hier ist ein Mustertext, erstelle den neuen Text im exakt gleichen Stil…“).

  • Ungeprüftes Übernehmen von Fakten:Sprachmodelle erzeugen Text auf Basis von Wahrscheinlichkeiten, nicht auf Basis von absolutem Faktenwissen.

    Lösung: Prüfe Zahlen, Daten, Fakten und Quellenangaben immer kritisch nach, bevor du sie verwendest.

Vertiefend

Du kennst die Grundlagen und willst verlässlichere Ergebnisse? Im ausführlichen Praxisleitfaden „Bessere Prompts erstellen“ findest du die Grundbestandteile eines guten Prompts, fertige Vorlagen für wiederkehrende Aufgaben und eine Anleitung zum Erkennen und Korrigieren fehlerhafter Prompts.

Zum Praxisleitfaden →